Markus Brand ist Coach und Berater für Konfliktmanagement und Gewaltprävention – ich selbst habe bei ihm vor 20 Jahren parallel zu meinem Pädagogik-Studium eine Ausbildung zur Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Trainerin absolviert und dadurch damals eine völlig neue Sichtweise auf das Thema Innere Haltung” gewonnen. Besonders hat mich das auch in meiner Rolle als damals noch junge Mutter beeinflusst.

Häufig werde ich gefragt: Simone, du bist immer so gut drauf und strahlst so viel Gelassenheit und positive Energie aus – dabei hast du so viele Projekte, bist ständig für deine Arbeit unterwegs – und Mama bist du ja auch noch ... Wie schaffst du das eigentlich, immer so entspannt zu bleiben?” Soll ich dir mal was sagen? Ja, auch ich fühle mich manchmal einfach überfordert!

Als Eltern machen wir uns Sorgen um unsere Kinder. Bei den meisten von uns fing das schon in der Schwangerschaft an. Wird alles gut gehen? Werde ich eine gute Mutter bzw. ein guter Vater sein? Und kaum ist das Kind auf der Welt, kommen immer weitere Ängste und Sorgen hinzu. Eltern-Ängste sind völlig normal und gesund. Denn wie alle unsere Gefühle ist Angst wertvoll. Angst hat eine positive Absicht – sie versucht, uns zu beschützen ...

Hilfe, mein Kind langweilt sich! Langeweile bei Kindern wirkt auf Eltern und andere Familienmitglieder gerne mal als bedrohlicher Zustand ;) „Paapaaaa, wann sind wir endlich daaaa?” und „Maamaaaa, mir ist laaaangweilig!” hören einige Eltern nur ungerne und wollen ihre Kinder daher stets gut beschäftigt wissen. Schnell führt das zu einem ordentlich vollgepackten Terminkalender, der gar keinen Raum für Langeweile mehr hergibt. In manchen Familien mündet dies in einen regelrechten Freizeitstress, bei dem zwischen einer Aktivität und der nächsten kaum noch Zeit zum Durchatmen bleibt. Und zwischendrin bleibt unterwegs im „Mama-Taxi” natürlich noch der Griff zu Smartphone, Tablet und Co. – denn Handyspiele und Social Media bieten jederzeit schnelle Ablenkung …

Als Eltern müssen wir einfach nur auf unser Bauchgefühl hören? Unsere Instinkte und die eigene Intuition sagen uns schon, welcher der „richtige Weg” im Umgang unseren Kindern ist? Oder ist unser Bauchgefühl vielleicht nur die Summe der Bewertungen unbewusster Erlebnisse und Erfahrungen, die wir unser Leben lang gesammelt haben? Mit meiner Podcast-Folge #046 „Das eigene Bauchgefühl”, die ich vor zwei Wochen veröffentlicht habe, erreichten mich einige Nachfragen zum Thema – daher möchte ich heute noch weiter auf das Thema eingehen und mich dabei auf die oben genannten Fragestellungen beziehen.

Trennung mit Kind: Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, ist es für mindestens einen Partner eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Gibt es gemeinsame Kinder, liegt die Hürde eine Partnerschaft zu beenden noch einmal höher. Einige Mütter oder Väter halten zum vermeintlichen Kindeswohl oder im Andenken an „schöne Zeiten” an der Beziehung fest – oder haben Angst vor finanziellen Problemen und scheuen den Schritt ins Leben als alleinerziehender Elternteil.

Auf mein eigenes Bauchgefühl zu vertrauen – eine Aufgabe, vor die mich das Leben immer wieder stellt. Das Verhältnis zu meinem eigenen Bauchgefühl war schon immer „etwas angespannt”, denn als junges Mädchen habe ich in meinem Umfeld immer wieder gehört, dass mit meinem Bauchgefühl „irgendetwas nicht stimmt”. Ich hörte, ich würde mir bestimmte Dinge einreden. Ich lernte, mich nicht auf mein Gefühl für meine persönlichen Grenzen zu verlassen. Das sitzt tief. Auch wenn ich mittlerweile durch meine Ausbildung, meine Berufs- und Lebenserfahrung weiß, dass ich meine Gefühle nicht vor mir selbst und anderen rechtfertigen muss, kommt es in bestimmten Situationen und Lebensphasen immer wieder vor, dass ich nicht auf meine eigene innere Kraft vertraue ...

Wie bekomme ich eine entspannte Familie? Warum habe ich sie eigentlich noch nicht? Und wieso ist das Familienleben einfach so anstrengend? Das sind Fragen, die mir im Kontakt mit Eltern in meinem beruflichen und privaten Umfeld häufig begegnen – manchmal ganz direkt, manchmal versteckt hinter ursprünglich ganz anderen Anliegen oder Sorgen. Der Wunsch nach Leichtigkeit und Gelassenheit ist groß, gleichzeitig ist der Weg dahin für einige Eltern ganz schön lang und schwer. Häufig stehen sich die Eltern dabei auch schlichtweg selbst im Weg ...

Wenn Kinder oder Jugendliche Anpassungsschwierigkeiten und Probleme in der Schule haben, im Schulsystem unterzugehen drohen oder Schüler sichtlich verunsichert sind, wie sie ihren späteren Lebens- und Berufsweg weiter gestalten möchten, sind Eltern häufig ratlos. Sie möchten ihren Kindern helfen, finden aber manchmal keine Antwort auf die Frage „Was steckt wirklich dahinter? Und was braucht mein Kind?” – und somit zum nötigen Ausgangspunkt, um überhaupt unterstützen zu können. Natürlich leiden auch die betroffenenen Kinder unter der Situation.

Kinder für ihr Leben stärken – im dritten und letzten Teil meiner Podcast-Serie, in der es darum geht, das Selbstwertgefühl von Kindern zu steigern und ihre Resilienz, also ihre psychische Widerstandskraft, zu fördern, geht es um stärkende Aktivitäten und Rituale. In den Folgen #041 und #042 des Mückenelefant-Podcasts bin ich bereits darauf eingegangen, welchen großen Einfluss das Selbstwertgefühl der Eltern auf das ihrer Kinder hat, und wie Eltern das Selbstwertgefühl ihrer Kinder mit ihrem Verhalten sowie durch die Wahl ihrer Sprache stärken können.