Mein heutiger Gast im Bildungsspirit-Interview ist Regina Maltzahn. Sie ist Expertin für Personalentwicklung und Bewerbungsverfahren mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Sport- und Fitnessbranche. Wenn sie im Bewerbungsgespräch einen potenziellen Mitarbeiter „beurteilt”, nimmt sie sich vor allem eines: ganz viel Zeit. Zeit, den Mensch mit seinen Stärken und Schwächen kennenzulernen – mit seiner persönlichen Motivation, seinen Zielen und Visionen. So lässt sie ihren Gesprächspartner zum Beispiel seinen bisherigen Lebensweg an einer Flipchart visualisieren – denn dadurch entsteht ein vertiefender Austausch, der ihr hilft, die Persönlichkeit des Bewerbers einzuschätzen. Schulnoten spielen dabei für sie kaum eine Rolle. Denn Regina denkt in der Hinsicht genau wie ich: Wenn man Freude an dem hat, was man tut, und mit Leidenschaft dabei ist, dann kann man damit auch sehr erfolgreich werden – ganz unabhängig davon, was irgendwann einmal im Schulzeugnis gestanden hat.

Gut oder schlecht? Gefährlich oder harmlos? Unsere Wahrnehmung der Welt ist so unterschiedlich wie wir selbst. Was für den einen real ist, ist es für den anderen noch lange nicht. Denn „die eine Wahrheit” gibt es nicht. Allerdings neigen wir Menschen dazu, das im Alltag zu vergessen. Und das birgt jede Menge Konfliktpotenzial – sowohl in der Schule als auch zuhause in der Familie.

„Nein” zu sagen beziehungsweise Grenzen zu setzen, fällt uns nicht immer leicht – egal, ob gegenüber Fremden, gegenüber unserem Partner oder unserem Kind. Auch wenn wir eigentlich „Nein” denken, sagen wir in der jeweiligen Situation vielleicht doch eher „Ja”. Weil wir zu häufig nicht auf unser Bauchgefühl hören und weil Grenzüberschreitungen, die wir in unserer eigenen Kindheit erfahren mussten, uns noch immer beeinflussen. Wenn wir Entscheidungen treffen, spielt im Hintergrund eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle: unter anderem unsere eigene Sozialisierung, der Kulturkreis, in dem wir aufgewachsen sind, und unser aktuelles Umfeld – natürlich auch die Gefühle, die die Situation in uns auslöst. Jeder von uns hat sich im Laufe seiner Entwicklung sein ganz persönliches Bewertungssystem zugelegt.Häufig achten wir im Familienalltag nicht gut genug auf unsere persönlichen Grenzen – oder übertreten die unserer Liebsten. Und tun uns allen damit keinen Gefallen. Denn „Nein” sagen können, ist so gut und wichtig. Das sollten wir auch unseren Kindern unbedingt vorleben.In dieser Folge des Mückenelefant-Podcasts geht es um die eigenen Grenzen von Eltern und Kindern – und darum, wie man lernen kann „angemessen nein zu sagen”.

Mein heutiger Gast im Bildungsspirit-Interview ist der Diplom-Pädagoge Dieter Schmitz. Er arbeitet bei einem Jobcenter der Agentur für Arbeit und begleitet dort „marktferne Jugendliche unter 25 Jahren” auf ihrem Weg ins Berufsleben. Damit gemeint sind junge Menschen, bei denen man davon ausgeht, dass es länger als sechs Monate dauern wird, bis sie in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden können. Weil sie den Kopf dafür gar nicht frei haben. Weil sie viele Päckchen zu tragen haben, die sie davon abhalten, sich beruflich weiterzuentwickeln, wie z. B. psychische Erkrankungen, angespannte Familiensituationen oder hohe Schulden. Häufig sind sie auch Schulabbrecher.

„Wo liegt das Problem? Dein Bruder kann das doch auch ...” „Schau mal, wie deine Schwester das macht ...” Wenn Kinder solche Aussagen von ihren Eltern oder Lehrern hören, löst dies in ihnen jede Menge negative Gefühle aus. Vergleiche führen zu Leistungsdruck und können einen ordentlichen Geschwisterkampf entfachen. Außerdem geben sie Kindern das traurige Gefühl, so wie sie sind, nicht (gut) genug zu sein. Dabei ist jeder Mensch von Geburt an gut genug – jeder mit seinen eigenen Charakterzügen, eigenen Stärken und Schwächen.

Nur ein Spaß unter Kindern oder bereits eine Straftat? Das zu unterscheiden ist für Lehrer manchmal nicht einfach. Denn nicht jedes Delikt lässt sich unmittelbar als solches einordnen. Dazu kommt die eigene Angst des Lehrpersonals vor Einmischung, Konfrontation und Folgen – sowohl für die Täter als auch für sich selbst. Doch Opferschutz steht hier an erster Stelle. Lehrer und pädagogisches Fachpersonal haben die Pflicht bei Gewalt in der Schule hinzusehen und zu handeln. Denn Schule ist kein straffreier Raum. Und im Falle eines Falles hat die Schule die Pflicht, Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten. Im Erlass „Zusammenarbeit bei der Verhütung und Bekämpfung der Jugendkriminalität” des Innenministeriums NRW ist das Vorgehen bei einem solchen Vorfall geregelt.

Schulabschluss in der Tasche – und was kommt dann? Das Hobby zum Beruf machen? Klassische Ausbildung oder Studium? Selbstverwirklichung oder Karriere starten? Oder lässt sich beides tatsächlich vereinen? Fragen, die sich viele Schüler, aber auch deren Eltern stellen. Leider kommt Berufsberatung in der Schule noch immer viel zu kurz. Und das, was angeboten wird, ist häufig nicht auf dem neuesten Stand. Viele Schüler sind verunsichert oder orientierungslos, einige werden von ernsten Zukunftsängsten geplagt. Und dann wäre da ja noch die Sache mit den Noten …