„Nein” zu sagen beziehungsweise Grenzen zu setzen, fällt uns nicht immer leicht – egal, ob gegenüber Fremden, gegenüber unserem Partner oder unserem Kind. Auch wenn wir eigentlich „Nein” denken, sagen wir in der jeweiligen Situation vielleicht doch eher „Ja”. Weil wir zu häufig nicht auf unser Bauchgefühl hören und weil Grenzüberschreitungen, die wir in unserer eigenen Kindheit erfahren mussten, uns noch immer beeinflussen. Wenn wir Entscheidungen treffen, spielt im Hintergrund eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle: unter anderem unsere eigene Sozialisierung, der Kulturkreis, in dem wir aufgewachsen sind, und unser aktuelles Umfeld – natürlich auch die Gefühle, die die Situation in uns auslöst. Jeder von uns hat sich im Laufe seiner Entwicklung sein ganz persönliches Bewertungssystem zugelegt. Häufig achten wir im Familienalltag nicht gut genug auf unsere persönlichen Grenzen – oder übertreten die unserer Liebsten. Und tun uns allen damit keinen Gefallen. Denn „Nein” sagen können, ist so gut und wichtig. Das sollten wir auch unseren Kindern unbedingt vorleben. In dieser Folge des Mückenelefant-Podcasts geht es um die eigenen Grenzen von Eltern und Kindern – und darum, wie man lernen kann „angemessen nein zu sagen”.

Mein heutiger Gast im Bildungsspirit-Interview ist der Diplom-Pädagoge Dieter Schmitz. Er arbeitet bei einem Jobcenter der Agentur für Arbeit und begleitet dort „marktferne Jugendliche unter 25 Jahren” auf ihrem Weg ins Berufsleben. Damit gemeint sind junge Menschen, bei denen man davon ausgeht, dass es länger als sechs Monate dauern wird, bis sie in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis vermittelt werden können. Weil sie den Kopf dafür gar nicht frei haben. Weil sie viele Päckchen zu tragen haben, die sie davon abhalten, sich beruflich weiterzuentwickeln, wie z. B. psychische Erkrankungen, angespannte Familiensituationen oder hohe Schulden. Häufig sind sie auch Schulabbrecher.

„Wo liegt das Problem? Dein Bruder kann das doch auch ...” „Schau mal, wie deine Schwester das macht ...” Wenn Kinder solche Aussagen von ihren Eltern oder Lehrern hören, löst dies in ihnen jede Menge negative Gefühle aus. Vergleiche führen zu Leistungsdruck und können einen ordentlichen Geschwisterkampf entfachen. Außerdem geben sie Kindern das traurige Gefühl, so wie sie sind, nicht (gut) genug zu sein. Dabei ist jeder Mensch von Geburt an gut genug – jeder mit seinen eigenen Charakterzügen, eigenen Stärken und Schwächen.

Nur ein Spaß unter Kindern oder bereits eine Straftat? Das zu unterscheiden ist für Lehrer manchmal nicht einfach. Denn nicht jedes Delikt lässt sich unmittelbar als solches einordnen. Dazu kommt die eigene Angst des Lehrpersonals vor Einmischung, Konfrontation und Folgen – sowohl für die Täter als auch für sich selbst. Doch Opferschutz steht hier an erster Stelle. Lehrer und pädagogisches Fachpersonal haben die Pflicht bei Gewalt in der Schule hinzusehen und zu handeln. Denn Schule ist kein straffreier Raum. Und im Falle eines Falles hat die Schule Anzeigepflicht – das bedeutet, dass sie die Aufgabe hat, Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten. Im Erlass „Zusammenarbeit bei der Verhütung und Bekämpfung der Jugendkriminalität” des Innenministeriums NRW ist das Vorgehen bei einem solchen Vorfall geregelt.

Schulabschluss in der Tasche – und was kommt dann? Das Hobby zum Beruf machen? Klassische Ausbildung oder Studium? Selbstverwirklichung oder Karriere starten? Oder lässt sich beides tatsächlich vereinen? Fragen, die sich viele Schüler, aber auch deren Eltern stellen. Leider kommt Berufsberatung in der Schule noch immer viel zu kurz. Und das, was angeboten wird, ist häufig nicht auf dem neuesten Stand. Viele Schüler sind verunsichert oder orientierungslos, einige werden von ernsten Zukunftsängsten geplagt. Und dann wäre da ja noch die Sache mit den Noten …

In der Schule gelten für Kinder andere Regeln als zuhause. Und in deinem Unterricht gelten für deine Schüler vielleicht andere Regeln als bei anderen Lehrern im Kollegium. Wirst du von deinen Schülern manchmal damit konfrontiert, dass in deinem Unterricht bestimmte Dinge nicht erlaubt sind, die für Kollegin Schmitt vielleicht okay sind? Oder hast du häufig mit Schülern zu tun, die die Schulregeln oder deine Klassenregeln absichtlich missachten? Wie gehst du mit solchen „Regelbrechern” um?

Gute Gefühle, schlechte Gefühle – in diesen Kategorien zu denken, wurde den meisten von uns von klein auf beigebracht. Viele von uns haben noch von ihren Eltern gelernt, die sogenannten „bösen Emotionen” wie Wut oder Angst zu unterdrücken. Doch gibt es sie wirklich, diese falschen oder schlechten Gefühle? Oder sind nicht alle Gefühle irgendwie „richtig“? Eines ist jedenfalls unstrittig: Unsere Emotionen können eine ganze Herde von Mückenelefanten zusammentrommeln und unser Zusammenleben als Familie immer wieder auf den Kopf stellen …

Soziale Medien boomen – nicht nur auf dem Schulhof. Dass das, was viele Kinder in ihrer Freizeit an Smartphone, Tablet und Co. treiben, nicht nur Spielerei oder sinnloser Zeitvertreib ist, sondern auch viele neue Berufsbilder mit sich bringt, ist vielen Eltern und Lehrern überhaupt nicht bewusst. Tatsache ist: Mit YouTube, Facebook, Instagram und Online-Gaming lässt sich genauso professionell Geld verdienen wie in jedem anerkannten Ausbildungs- oder Studienberuf. Das beweist auch mein Gast in diesem Bildungsspirit-Interview:

Fällt es dir manchmal schwer, die Reaktionen deiner Schüler in für sie stressigen Situationen zu verstehen? Du kennst sie bestimmt auch: Schüler, deren innerer Wachhund ständig auf Habachtstellung ist und die sich ständig angegriffen fühlen – von Mitschülern aber auch von dir als Lehrer. Kinder, die mit stressigen Situationen in der Schule überfordert sind und in den Fluchtmodus gehen. Und Schüler, die ruckzuck beleidigt sind und deren innere Stimme „Sofort totstellen!” befiehlt. Aufschluss über diese Verhaltensweisen gibt dir das Gehirnmodell, das ich dir in dieser Folge der Bildungsspirit-Kurzimpulse vorstelle.

Eifersucht ist ein Gefühl, das unter Geschwisterkindern ziemlich verbreitet ist. Selbst Geschwister, die sich eigentlich nahestehen und mögen, fühlen sie sich in manchen Situationen von den Eltern benachteiligt, vernachlässigt oder sogar weniger geliebt als ihr Bruder oder ihre Schwester. Bereits mit der Geburt eines Geschwisterkindes geht der „Konkurrenzkampf” um Mamas und Papas Aufmerksamkeit los, der sogar weit über die Pubertät hinaus anhalten kann. Eltern fühlen sich häufig innerlich zerrissen und empfinden einen großen Druck, jedes seiner Kinder genau gleich zu behandeln. Doch seien wir mal ehrlich – wer schafft das schon?! Und ist das überhaupt sinnvoll und erstrebenswert?