Verantwortung übernehmen und ein gutes Vorbild sein – für Lehrer genauso wichtig wie für Eltern. Verantwortung für die Kinder, mit denen sie in täglichem Kontakt stehen – und für ihr eigenes Verhalten. Wenn Kinder auffälliges Verhalten oder Aggression zeigen, suchen wir leider häufig den Fehler beim Kind. Z. B. denken viele Erwachsene bei einem unkonzentrierten Kind, das sich nicht alleine beschäftigen mag, gerne an ADHS – „Mit dem Kind stimmt wohl etwas nicht …”Hier kommt nun die Zimmerpflanze ins Spiel: Wenn eine Pflanze bei mir zuhause oder im Büro nicht gedeiht, wenn sie Blätter verliert, beginnt zu vertrocknen oder zu faulen –  suche ich da den Fehler bei der Pflanze? Wohl kaum ...

Vollgas – Das Jahresende war nochmal so richtig anstrengend für die meisten Lehrer. Und jetzt? Hast du dich in den vergangenen Tagen um dich selbst gekümmert? Startest du im neuen Jahr mit neuer Energie in die Schule? Oder fühlst du dich noch immer ausgebrannt und gehst bald genauso wieder zurück in dein Hamsterrad?„Im unwahrscheinlichen Falle eines Druckverlustes fallen aus der Kabinendecke Sauerstoffmasken. Bitte setzen Sie sich zuerst selbst eine Maske auf Ihr Gesicht und kümmern sich erst dann um hilfsbedürftige Kinder und auch ältere Menschen.” Das hast du im Flugzeug schon häufig gehört, oder? Im Notfall ist es so wichtig, erstmal für sich selbst zu sorgen, um überhaupt leistungsfähig zu bleiben und anderen Personen helfen zu können. Und kaum jemand zweifelt daran.

Lässt du Kritik an deiner Person oder deiner Tätigkeit als Lehrer zu nah an dich ran? Wie fühlst du dich, wenn du von Schülern, Eltern oder Kollegen kritisiert wirst? Plagen dich anschließend Selbstzweifel? Wenn wir geboren werden, haben wir kein Problem mit unserem Selbstwert und starten mit einer Unmenge Potenzial in unser Leben. Und wir werden bedingungslos geliebt. Wir zweifeln nicht an uns, finden uns nicht zu aufgedreht, zu langweilig oder unfotogen – wir sind uns selbst genug. Als Erwachsene vergessen wir das häufig, denn schon als kleine Kinder haben wir die schmerzliche Erfahrung machen müssen, beurteilt und verglichen zu werden – nicht still genug zu sitzen, nicht schnell genug zu sein und natürlich zu laut ...

Ein Morgen in der Schule. „Nicht mein Tag heute”, denkst du dir. „Ich bin ein schlechter Lehrer. Ich habe die Klasse nicht im Griff. Die Schüler tanzen mir gleich sowieso wieder auf der Nase herum.” Das glaubst du …! Das sind deine negativen Glaubenssätze, die deiner inneren Wahrnehmung entspringen. Und was du denkst, das strahlst du auch aus – sowohl vor Schülern als auch vor Kollegen und Eltern. Denn dein Mindset hat einen enormen Einfluss auf deinen Wohlbefinden. Es beeinflusst deine Mimik und Körperhaltung, genauso wie deine Stimme. Daher kann ich nur immer wieder betonen, wie wichtig Selbstpflege und Persönlichkeitsentwicklung auch und gerade für Lehrer sind.

Gut oder schlecht? Gefährlich oder harmlos? Unsere Wahrnehmung der Welt ist so unterschiedlich wie wir selbst. Was für den einen real ist, ist es für den anderen noch lange nicht. Denn „die eine Wahrheit” gibt es nicht. Allerdings neigen wir Menschen dazu, das im Alltag zu vergessen. Und das birgt jede Menge Konfliktpotenzial – sowohl in der Schule als auch zuhause in der Familie.

Nur ein Spaß unter Kindern oder bereits eine Straftat? Das zu unterscheiden ist für Lehrer manchmal nicht einfach. Denn nicht jedes Delikt lässt sich unmittelbar als solches einordnen. Dazu kommt die eigene Angst des Lehrpersonals vor Einmischung, Konfrontation und Folgen – sowohl für die Täter als auch für sich selbst. Doch Opferschutz steht hier an erster Stelle. Lehrer und pädagogisches Fachpersonal haben die Pflicht bei Gewalt in der Schule hinzusehen und zu handeln. Denn Schule ist kein straffreier Raum. Und im Falle eines Falles hat die Schule die Pflicht, Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten. Im Erlass „Zusammenarbeit bei der Verhütung und Bekämpfung der Jugendkriminalität” des Innenministeriums NRW ist das Vorgehen bei einem solchen Vorfall geregelt.

In der Schule gelten für Kinder andere Regeln als zuhause. Und in deinem Unterricht gelten für deine Schüler vielleicht andere Regeln als bei anderen Lehrern im Kollegium. Wirst du von deinen Schülern manchmal damit konfrontiert, dass in deinem Unterricht bestimmte Dinge nicht erlaubt sind, die für Kollegin Schmitt vielleicht okay sind? Oder hast du häufig mit Schülern zu tun, die die Schulregeln oder deine Klassenregeln absichtlich missachten? Wie gehst du mit solchen „Regelbrechern” um?

Fällt es dir manchmal schwer, die Reaktionen deiner Schüler in für sie stressigen Situationen zu verstehen? Du kennst sie bestimmt auch: Schüler, deren innerer Wachhund ständig auf Habachtstellung ist und die sich ständig angegriffen fühlen – von Mitschülern aber auch von dir als Lehrer. Kinder, die mit stressigen Situationen in der Schule überfordert sind und in den Fluchtmodus gehen. Und Schüler, die ruckzuck beleidigt sind und deren innere Stimme „Sofort totstellen!” befiehlt. Aufschluss über diese Verhaltensweisen gibt dir das Gehirnmodell, das ich dir in dieser Folge der Bildungsspirit-Kurzimpulse vorstelle.

Kakadus sind verspielt und benötigen viel Abwechslung, um sich in der Schule wohlzufühlen. Wenn den Kakadu-Kindern in deiner Klasse langweilig wird, üben sie sich in Widerstand. Damit es dir als Lehrer leichter gelingt, einen guten Zugang zu diesem Schülertyp zu bekommen, gebe ich dir mit diesem Bildungsspirit Kurzimpuls-Clip ein paar wertvolle Tipps und Tricks an die Hand.