Wie funktioniert eine Patchworkfamilie? Welche Probleme bringt das Leben mit „Bonuskindern” und „Bonuseltern” so mit sich? Und wie kriegt man die verschiedenen Bedürfnisse aller Beteiligten unter einen Hut? Ein Thema, das angesichts der weiterhin hohen Trennungs- bzw. Scheidungsrate in Deutschland nicht an Relevanz verliert. Wenn Kinder mit in eine Beziehung gebracht werden, stellt das sowohl die Eltern der Kinder, die Stiefeltern und natürlich besonders die Kinder selbst vor große Herausforderungen. Kommen dann später noch kleine Stiefgeschwister hinzu, sortiert sich noch einmal alles neu.

„Wo liegt das Problem? Dein Bruder kann das doch auch ...” „Schau mal, wie deine Schwester das macht ...” Wenn Kinder solche Aussagen von ihren Eltern oder Lehrern hören, löst dies in ihnen jede Menge negative Gefühle aus. Vergleiche führen zu Leistungsdruck und können einen ordentlichen Geschwisterkampf entfachen. Außerdem geben sie Kindern das traurige Gefühl, so wie sie sind, nicht (gut) genug zu sein. Dabei ist jeder Mensch von Geburt an gut genug – jeder mit seinen eigenen Charakterzügen, eigenen Stärken und Schwächen.

Eifersucht ist ein Gefühl, das unter Geschwisterkindern ziemlich verbreitet ist. Selbst Geschwister, die sich eigentlich nahestehen und mögen, fühlen sie sich in manchen Situationen von den Eltern benachteiligt, vernachlässigt oder sogar weniger geliebt als ihr Bruder oder ihre Schwester. Bereits mit der Geburt eines Geschwisterkindes geht der „Konkurrenzkampf” um Mamas und Papas Aufmerksamkeit los, der sogar weit über die Pubertät hinaus anhalten kann. Eltern fühlen sich häufig innerlich zerrissen und empfinden einen großen Druck, jedes seiner Kinder genau gleich zu behandeln. Doch seien wir mal ehrlich – wer schafft das schon?! Und ist das überhaupt sinnvoll und erstrebenswert?