Gleichwürdigkeit und Gleichberechtigung – wo liegt da eigentlich der Unterschied und welche Rolle spielen diese beiden Begriffe im täglichen Umgang mit unseren Kindern? Während Gleichwürdigkeit sich im Bereich der Kindererziehung (bzw. in der Beziehung zu unseren Kindern) darauf bezieht, dass Eltern und Kinder gleich viel „Wert sind” und sowohl ihre Bedürfnisse als auch ihre Gefühle alle gleich wichtig und ernst zu nehmend sind, bezieht sich Gleichberechtigung auf Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsfreiräume. Und bei Letztgenanntem gibt es in einer Familie durchaus eine Hierarchie – Kinder sind ihren Eltern gegenüber also durchaus gleichwürdig, aber nicht in allen Belangen gleichberechtigt. Denn Eltern haben eine Verantwortung ihren Kindern gegenüber. Und dazu gehört es auch, Entscheidungen gegen den augenblicklichen Willen des Kindes zu treffen. Ein für mich ganz wichtiger Punkt in der Eltern-Kind-Beziehung, denn Kinder bekommen manchmal zu viel von dem, was sie wollen, und zu wenig von dem, was sie brauchen, da viele Eltern Konflikte mit ihren Kindern nicht aushalten.

„Nein” zu sagen beziehungsweise Grenzen zu setzen, fällt uns nicht immer leicht – egal, ob gegenüber Fremden, gegenüber unserem Partner oder unserem Kind. Auch wenn wir eigentlich „Nein” denken, sagen wir in der jeweiligen Situation vielleicht doch eher „Ja”. Weil wir zu häufig nicht auf unser Bauchgefühl hören und weil Grenzüberschreitungen, die wir in unserer eigenen Kindheit erfahren mussten, uns noch immer beeinflussen. Wenn wir Entscheidungen treffen, spielt im Hintergrund eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle: unter anderem unsere eigene Sozialisierung, der Kulturkreis, in dem wir aufgewachsen sind, und unser aktuelles Umfeld – natürlich auch die Gefühle, die die Situation in uns auslöst. Jeder von uns hat sich im Laufe seiner Entwicklung sein ganz persönliches Bewertungssystem zugelegt.Häufig achten wir im Familienalltag nicht gut genug auf unsere persönlichen Grenzen – oder übertreten die unserer Liebsten. Und tun uns allen damit keinen Gefallen. Denn „Nein” sagen können, ist so gut und wichtig. Das sollten wir auch unseren Kindern unbedingt vorleben.In dieser Folge des Mückenelefant-Podcasts geht es um die eigenen Grenzen von Eltern und Kindern – und darum, wie man lernen kann „angemessen nein zu sagen”.

In der Schule gelten für Kinder andere Regeln als zuhause. Und in deinem Unterricht gelten für deine Schüler vielleicht andere Regeln als bei anderen Lehrern im Kollegium. Wirst du von deinen Schülern manchmal damit konfrontiert, dass in deinem Unterricht bestimmte Dinge nicht erlaubt sind, die für Kollegin Schmitt vielleicht okay sind? Oder hast du häufig mit Schülern zu tun, die die Schulregeln oder deine Klassenregeln absichtlich missachten? Wie gehst du mit solchen „Regelbrechern” um?

„Bei Papa darf ich das aber.” und „Mama macht das aber immer anders.” – Sätze wie diese kommen vermutlich den meisten Eltern bekannt vor. Denn in kaum einer Familie herrscht bei Mama und Papa absolute Einigkeit in Bezug auf die Kindererziehung. Schließlich handelt es sich um zwei eigenständige Personen, die zudem auch noch von Erfahrungen aus ihrer Kindheit geprägt worden sind. Auch wenn man als Eltern grundsätzlich „am selben Strang zieht”, kann es im alltäglichen Umgang mit dem Nachwuchs ziemlich unterschiedliche Regeln geben. Doch ist das für unsere Kinder eigentlich schlimm?!

Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Die Abscheulichkeit körperlicher Gewalt ist absolut indiskutabel – dennoch schleichen sich in vielen Familien andere Formen von „Gewalt“ häufig unbemerkt in den Alltag ein. „Wenn du deinen Teller nicht leer isst, bekommst du keinen Nachtisch.“ „Ohne Mütze gehst du nicht vor die Tür!“ „Räum endlich dein Zimmer auf, sonst gehen wir heute nicht auf den Spielplatz!“… Als Eltern sitzen wir eindeutig am längeren Hebel, und gerade in Stresssituationen mutieren wir dadurch gelegentlich zu regelrechten Eseltreibern. Da viele von uns selbst so großgeworden sind und Einschränkungen unserer Persönlichkeitsrechte wie auch Manipulation bereits früh kennengelernt haben, fällt uns häufig gar nicht auf, wie übergriffig wir uns gegenüber unseren Kindern manchmal verhalten …