Cybermobbing im WhatsApp-Klassenchat, Sexting, Cybergrooming – erschreckende Phänomene, die für Kinder und Jugendliche vor rund 20 Jahren noch gar nicht existierten, sind heute leider allgegenwärtig. Wie die JIM-Studie 2018, eine Basisuntersuchung zur Mediennutzung 12- bis 19-jähriger, des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zeigt, verfügten zu diesem Zeitpunkt bereits 97 Prozent der Jugendlichen über ein Smartphone. Und mit dem Zugang zu sozialen Medien wie WhatsApp, YouTube, Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und Co. besteht auch jederzeit die Gefahr, Opfer von z. B. Cybermobbing oder Cybergrooming zu werden oder unbeabsichtigten Zugang zu gewaltverherrlichenden oder pornografischen Inhalten zu bekommen. Betroffene Kinder und Jugendliche trauen sich häufig aus Scham oder Angst vor Unverständnis nicht, sich ihren Eltern oder anderen Erwachsenen anzuvertrauen. Eine Herausforderung, der sich die bundesweite Beratungsplattform JUUUPORT seit 2010 mit in einem Peer-to-Peer-Projekt annimmt: Denn auf JUUUPORT helfen sich Jugendliche gegenseitig, wenn sie Probleme im oder mit dem Internet haben. Derzeit beantworten 30 ehrenamtliche „Scouts” die anonymen schriftlichen Anfragen der betroffenen Jugendlichen. Und das kostenlos und unkompliziert.

Was tun, wenn mein Kind klaut? Wenn Eltern davon erfahren, dass ihr Kind geklaut hat, sind sie in der Regel erschrocken und alarmiert: Warum tut mein Kind das? Gerät es jetzt auf die schiefe Bahn? Wie soll ich damit umgehen? Und wie kann ich verhindern, dass es wiederholt stiehlt? Ein erster Tipp, den ich betroffenen Müttern und Vätern mitgeben möchte: Erstmal durchatmen und ruhig bleiben! Denn Schimpfen und Bestrafen sind auch hier keine Lösung – selbst wenn du wirklich entsetzt und enttäuscht von deinem Kind bist.

Wird mein Kind gemobbt? Mobbing in der Schule ist ein Thema, das mir in meiner täglichen Arbeit mit Lehrern und Schülern leider ständig begegnet. Daher ist es mir wichtig, Mobbing auch in meinem Podcast für Eltern zu behandeln. Denn Eltern kriegen häufig zu spät mit, wie schlecht es ihren Kindern in der Schule wirklich geht – wenn sie zu Außenseitern gemacht oder diskriminiert werden. Unter anderem, weil betroffene Kinder sich eher verschließen, als darüber zu sprechen. Gerade in der Pubertät werden „Symptome” wie starke Stimmungsschwankungen, Aggressivität oder Rückzug eines jungen Menschen vom Umfeld häufig auf den alters- und entwicklungsbedingten Umbau des Gehirns geschoben. Doch sie können auch Anzeichen dafür sein, dass ein junger Mensch unter Mobbing leidet und dringend Unterstützung benötigt.

Nur ein Spaß unter Kindern oder bereits eine Straftat? Das zu unterscheiden ist für Lehrer manchmal nicht einfach. Denn nicht jedes Delikt lässt sich unmittelbar als solches einordnen. Dazu kommt die eigene Angst des Lehrpersonals vor Einmischung, Konfrontation und Folgen – sowohl für die Täter als auch für sich selbst. Doch Opferschutz steht hier an erster Stelle. Lehrer und pädagogisches Fachpersonal haben die Pflicht bei Gewalt in der Schule hinzusehen und zu handeln. Denn Schule ist kein straffreier Raum. Und im Falle eines Falles hat die Schule Anzeigepflicht – das bedeutet, dass sie die Aufgabe hat, Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten. Im Erlass „Zusammenarbeit bei der Verhütung und Bekämpfung der Jugendkriminalität” des Innenministeriums NRW ist das Vorgehen bei einem solchen Vorfall geregelt.

BILDUNGSSPIRIT veröffentlicht jede Woche neue Impulse in Sachen Bildung und Schule. Impulsgeber sind unter anderem engagierte Lern- und Bildungsexperten, Gesundheits- und Präventionscoachs, Lehrer und Eltern, aber auch Schüler, die in inspirierenden Interviews von ihren persönlichen Schulerfahrungen, neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und ihren Visionen von der Schule der Zukunft berichten. Die heutigen Impulse gibt der Anti-Gewalt-Trainer und Präventionscoach CARSTEN STAHL – erfahre in diesem mitreißenden Interview, wozu er unter anderem Heidi Klum und Manuel Neuer öffentlich herausfordert.