Gute Gefühle, schlechte Gefühle – in diesen Kategorien zu denken, wurde den meisten von uns von klein auf beigebracht. Viele von uns haben noch von ihren Eltern gelernt, die sogenannten „bösen Emotionen” wie Wut oder Angst zu unterdrücken. Doch gibt es sie wirklich, diese falschen oder schlechten Gefühle? Oder sind nicht alle Gefühle irgendwie „richtig“? Eines ist jedenfalls unstrittig: Unsere Emotionen können eine ganze Herde von Mückenelefanten zusammentrommeln und unser Zusammenleben als Familie immer wieder auf den Kopf stellen …

Ein Kleinkind kann seine Eltern doch nicht ernsthaft so provozieren, dass ihnen „die Hutschnur platzt” – oder doch?! Wenn wir mal ganz ehrlich sind, wird nahezu jeder Elternteil in unentspannten Zeiten schon einmal an einen Punkt gekommen sein, bei dem er sich wirklich „beherrschen” musste, weil der Wutanfall seines Kindes jede Menge unangenehme Gefühle bei ihm ausgelöst hat. Gefühlte tausend Mal hatte man es doch schon besprochen und ausdiskutiert – und jetzt trödelt es wieder nur rum, obwohl man selbst ganz dringend zur Arbeit muss. Es schreit und wütet, weil das Puzzle einfach nicht bis zum Nachmittag warten kann. Nicht selten begleitet von Hauen oder Kratzen, wenn Mama oder Papa sich schließlich „durchsetzen”, das Kind gegen seinen Willen anziehen und in die Kita bringen. Manchmal könnte man … Stopp! Genau an diesem Punkt setze ich mit der heutigen Podcast-Folge an.

Da wird getobt, gestampft und gebrüllt – nicht selten begleitet von einem „Du blöde Mama!“ oder einem „Ich hasse dich!“. Wenn unsere Kinder wütend werden, fällt es uns Eltern häufig schwer, gelassen zu bleiben. Denn in unserer Gesellschaft werden öffentlich ausgelebte Gefühle nicht gerne gesehen – über Jahrzehnte hinweg haben viele von uns gelernt, dass Emotionen „nicht gut sind“ und sind auf diese Weise wahre Meister der unterdrückten Gefühle geworden. Kein Wunder also, dass uns das Verständnis für die Wutausbrüche unserer Kinder irgendwie abhandengekommen ist, oder?! …